Prinzipalmarkt – Münster
Kurzfakten: Prinzipalmarkt
- Erweiterung der Kaufmannssiedlung östlich der Domburg um 1050–1100
- Der Name „Prinzipalmarkt“ ist seit 1579 belegt
- Arkaden dienten als Verkaufsraum für Waren
- Rathaus und Lambertikirche rahmen die Marktachse
Kaufmannssiedlung und Markt
Die Kaufmannssiedlung östlich der Domburg wurde zwischen 1050 und 1100 erweitert. Das Marktgeschehen konzentrierte sich an der Lambertikirche; der Name „Prinzipalmarkt“ ist seit 1579 belegt. Hier boten Kramer Butter, Käse, Öl, Salz, Stoffe und importierte Waren an. Die Stadt regelte, welche Produkte an welchem Markt verkauft werden durften: Getreide gehörte auf den Roggenmarkt, Fisch auf den Fischmarkt. Die Vorschriften sollten verhindern, dass Händler Lebensmittel vor dem offiziellen Markt aufkauften. Die lange Achse war damit nicht nur Verkehrsweg, sondern ein geordneter Handelsraum für Münster und das Umland.
Arkaden und Giebel im Straßenbild
Die Bogengänge gehörten unmittelbar zum Handel: Bewohner konnten Waren unter den Bögen oder über Fensterläden anbieten. Die Arkaden blieben als durchgehender überdachter Weg erhalten. Achten Sie beim Gehen auf die runden Pfeiler, das Kopfsteinpflaster und die gestuften Schildgiebel. Heller Baumberger Sandstein gibt vielen Fassaden ein gemeinsames Grundbild, obwohl die einzelnen Giebel unterschiedlich gestaltet sind. So wirken Straße und Häuserfolge zugleich einheitlich und abwechslungsreich. Unter den Bögen lässt sich außerdem gut erkennen, wie die Geschäfte die Erdgeschosse zum Markt hin öffnen.
Zerstörung und Wiederaufbau
Der Prinzipalmarkt wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Die Häuserfront wurde nach dem Krieg in überlieferten Formen wiederaufgebaut; die Arbeiten am Rathaus waren 1958 abgeschlossen. Die heutigen Giebel sind daher Teil eines bewusst gestalteten Wiederaufbaus, nicht unberührte mittelalterliche Originalsubstanz. Die 1997 beschlossene Denkmalbereichssatzung schützt auch Stadtgrundriss, Grundstücksstruktur, Materialien, Arkaden und Pflaster. Sie bewahrt damit nicht nur einzelne Fassaden, sondern den Zusammenhang zwischen Giebelreihe, überdachtem Gehweg und gepflasterter Marktfläche. Bei der Betrachtung ist wichtig, Originalsubstanz und historisch orientierten Wiederaufbau auseinanderzuhalten: Die Wirkung des Ensembles beruht auf beidem. Am Rathaus erinnern der gotische Giebel und der Friedenssaal an Verhandlungen zum Westfälischen Frieden. Gesandte verhandelten dort ab 1643; 1648 wurde der Spanisch-Niederländische Friede beschworen. Im Saal erinnern 37 Porträts an Souveräne und Gesandte.
Vom Rathaus zur Lambertikirche
Beginnen Sie am Rathaus und gehen Sie nordwärts bis zur Lambertikirche. Auf der Marktachse können Sie Dachgiebel, Arkaden und Pflaster nacheinander betrachten. Drei Speicherluken im Rathausgiebel verweisen auf den früheren Dachboden als Warenlager; am südlichen Ende bildet der Stadthausturm einen Gegenpunkt zur Kirche. Seitenwege führen in die umliegenden Gassen. Der Prinzipalmarkt verbindet die Straßen und Boulevards mit den Quartieren und Altstädten; Wege am Wasser finden Sie unter Promenaden und Uferwegen.
Entdecken Sie weitere Reiseziele und deutsche Spazierziele.
Anzeige
Unterkunft finden
Entdecken Sie passende Unterkünfte für Ihre Reise.
Unterkünfte bei Booking.com ansehen
Anzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.