Cours Mirabeau – Aix-en-Provence
Kurzfakten: Cours Mirabeau
- Angelegt 1649–1651 auf der früheren Befestigungslinie
- 440 Meter lang und 42 Meter breit
- Vier Brunnen gliedern den Boulevard
- Verbindet das Quartier Mazarin mit der alten Handelsstadt
Eine neue Achse für die Stadt
Der Cours Mirabeau wurde 1649 bis 1651 während einer Stadterweiterung angelegt. Er folgt dem früheren Wallgraben und verbindet die ältere Handelsstadt im Norden mit dem südlich gelegenen Quartier Mazarin. Mit 440 Metern Länge und 42 Metern Breite war er als großzügiger Verkehrsweg für Kutschen und Fußgänger geplant. Wohlhabende Familien ließen entlang der neuen Achse repräsentative Stadtpalais errichten. Portale, Balkone und regelmäßige Fassaden unterscheiden diesen breiten Straßenraum deutlich von den engeren Gassen der Altstadt. Die Anlage zeigt, wie Aix über den früheren Befestigungsring hinauswuchs.
Brunnen und Palais als Wegmarken
Vier Brunnen bilden eine Folge gut erkennbarer Stationen. Am westlichen Ende steht die Rotonde, deren monumentale Anlage 1860 entstand. Drei Figuren symbolisieren Recht, Landwirtschaft und Kunst. Weiter in Richtung Altstadt liegt die Fontaine des Neuf-Canons. Sie entstand 1691 an Stelle eines Tränkbrunnens, an dem durchziehende Schafherden versorgt wurden. Die Fontaine d’Eau Chaude wird wegen ihres Moosbewuchses auch Moussue genannt; ihr Wasser stammt aus einer Thermalquelle und tritt mit etwa 18 Grad aus. Am östlichen Ende erinnert die Fontaine du Roi René an den provenzalischen Herrscher, dargestellt mit Muskattrauben und Büchern. Hôtel de Forbin stammt von 1656, Hôtel de Villars und Hôtel Isoard de Vauvenargues entstanden um 1710. An Nummer 55 lebte Paul Cézanne als Kind. Diese Details lassen sich beim Gehen als aufeinanderfolgende Stationen lesen.
Fassaden zwischen Altstadt und Mazarin
Die Stadtpalais zeigen, wie die neue Straße mit bürgerlichem und adeligem Reichtum besetzt wurde. Achten Sie auf steinerne Portale, schmiedeeiserne Balkone und die gleichmäßige Ausrichtung der Häuserfronten. Die vier Brunnen unterbrechen die Fassadenfolge und schaffen kleine Plätze im langen Straßenraum. Nördlich schließen die älteren Gassen an, südlich setzt das Quartier Mazarin die planmäßige Stadterweiterung fort. Cafés und Geschäfte nutzen heute die Erdgeschosse, während die Häuser darüber weiterhin den repräsentativen Charakter bewahren. So treffen auf derselben Achse alltäglicher Stadtbetrieb und die Baugeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts aufeinander.
Eine kurze Runde mit klarer Richtung
Beginnen Sie an der Rotonde und gehen Sie ostwärts bis zum historischen Zentrum. Unterwegs dienen die vier Brunnen als Haltepunkte; die Moussue liegt zwischen dem westlichen Abschnitt und dem östlichen Ende mit dem König-René-Brunnen. Für eine längere Runde führen Querstraßen in die Gassen der Altstadt oder südlich in das Mazarin-Viertel. Die Ausdehnung der Straße wird besonders deutlich, wenn Sie vom Brunnen am einen Ende bis zur nächsten Achse am anderen Ende gehen. Der Boulevard gehört zu den Straßen und Boulevards; die angrenzenden Quartiere und Altstädte sind zu Fuß erreichbar. Weiterführende Routen am Wasser versammelt die Seite zu Promenaden und Uferwegen.
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