Die Atacama Wüste in Chile
Die Atacama Wüste bildet den nördlichsten Teil Chiles. Der schmale Streifen zwischen Anden und Pazifik gilt als einer der trockensten Orte der Erde. Bedingt durch die Lage zwischen dem kalten Humboldt-Strom und dem Gebirgsschatten der Anden fallen hier kaum Niederschläge. Wirtschaftliche Bedeutung hat die Region für Chile vor allem aufgrund seiner Bodenschätze. Hier liegt beispielsweise die größte Kupfermine der Welt, aber auch das in den Salzseen gelagerte Lithium wird für die wachsende Batterie-Industrie immer bedeutsamer. Der Tourismus ist eine relativ neue Einnahmequelle in der Region, jedoch gehört die Atacama mittlerweile zum festen Bestandteile einer Chile Reise. Der Treffpunkt aller Traveller ist unweigerlich das florierende Städtchen San Pedro de Atacama. Vor wenigen Jahrzehnten noch ein unbedeutendes Dorf inmitten einer kleinen Oase gelegen, ist es heute Ausgangspunkt für allerlei Exkursionen in die Wüste. Die wichtigsten sind der Salzsee Salar de Atacama, die Geysire von El Tatio und das Valle de la Luna.
Der Salar de Atacma liegt nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt und kann gut im Rahmen einer Halbtagesexkursion besucht werden. Imposant ist vor allem die Weite der Landschaft in der endlosen Ebene des Salzsees, die in der Ferne abrupt vor der Kulisse mehrerer Vulkankegel endet. Der Salzsee ist die Heimat von Flamingos, die hier gazjährig leben, doch sollte man nicht erwarten die scheuen Tiere aus der Nähe erleben zu können. Näheres Hinsehen verdienen hingegen die Mineralablagerungen und Mikroorganismen, die sich dieser lebensfeindlichen Umwelt angepasst haben, und die das Weiß des Salzes in ein weitgefächertes Farbspektrum auflösen.
Die Geysire von El Tatio sind unbedingt im Morgengrauen zu besuchen. Nur wenn die Luft noch frostig ist, ergibt sich ein unwirkliches Spiel der Elemente, schießen die Fontänen der Geysire tatsächlich meterhoch in den blauen Himmel, bricht sich das Licht der ersten Sonnenstrahlen in den tausendfach erstarrenden Wassertröpfchen, die bizarre Eiszapfen formen. Hingegen entfaltet das Mondtal (Valle de la Luna) seinen Zauber in den Stunden des Sonnenuntergangs. Dann scheinen die kupferfarbenen Sanddünen förmlich zu glühen, “Marstal” wäre dann wohl passender. Dazwischen ragen Felsen empor, deren schichtartige Zeichnung einen Blick auf die Erdgeschichte freilegt.Hier scheint kein menschliches Leben möglich, und doch siedelten hier lange vor Kolumbus mehrere Kulturen: Atacameños, Aymara und Inka. Ihre Toten bestatteten diese Völker häufig in Tongefäßen, der trockenen Erde verdanken die Archäologen einige der besterhaltenen Mumien. Zu sehen sind sie im örtlichen Museum von San Pedro de Atacama.
Geschrieben von elchilango am Dienstag, 1. März 2011 mit
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