Die Flora und Fauna der Balearen
Die Baleareninseln beherbergen eine speziell auf das Klima eingestellte Flora und Fauna. Einige Pflanzenarten haben für die trockenen, heißen Sommermonate eine besondere Überlebensstrategie entwickelt: Sie legen eine Art „Sommerschlaf“, eine Vegetationspause, ein. Die Buschlandschaft, die sogenannte „Macchia“, duftet nach Thymian, Lavendel und Rosmarin. Dort gedeihen auch Disteln, wilder Fenchel, Spargel oder rosa Zistrosen. An der Küste wachsen neben dem robusten Pampasgras auch Palmen, allerlei Kakteen, Kiefern- und Steineichenwälder, Pinien, Mandel-, Oliven- und Feigenbäume. Viele Insektenarten finden hier ideale Bedingungen. So gibt es zum Beispiel über hundert Ameisenarten. Die Luft ist erfüllt vom Zirpen unzähliger Grillen und Zikaden, große Libellen und auch viele bunte Schmetterlinge erfreuen das Auge. Auch die Eidechsen sonnen sich auf den Balearen in unvorstellbarer Vielfalt. Die wichtigsten Hauptgruppen sind der Mauergecko und die Pytiuseneidechse. Es gibt zwar kleine Säugetiere wie Igel, Ginsterkatzen, Wiesel, Kaninchen und Hasen, aber keine großen wild lebende Säugetiere, wenn man von verwilderten Haustieren wie Ziegen, Hunden und Eseln absieht. Im Innern der Inseln findet man Wachteln, Meisen, Sperlinge, Falken und Schwalben, während an der Küste eine Vielzahl von Wasservögeln lebt. Es gibt außer Möwen, Flamingos und Kormoranen sogar Seidenreiher und Fischadler. Die Balearen sind auch ein beliebter Rastplatz für allerlei Zugvögel, die zum Teil aber auch das ganze Jahr über hier bleiben. Die reichhaltige Pflanzenwelt der größten Baleareninsel Mallorca kann der Urlauber zu Fuß oder auf einer geführten Jeepsafari erkunden. Die kleineren Nachbarinseln verfügen naturgemäß über eine weniger vielfältige Flora. Die westlichste Baleareninsel Ibiza mit ihrer Macchia-Landschaft und der zerklüfteten Küste scheint zwar sehr trocken zu sein, aber sie besitzt nicht nur viele Eichen-, Kiefern- und Pinienwälder, sondern auch Mandel-, Oliven- und Feigenbäume sowie zahlreiche Obstgärten. Im Spätsommer sind die Früchte der Agaven und Opuntien reif. Neben Mallorca liegt die kleine Insel Menorca. Mit ihrer weiten Ebene im Süden und ihrer Hügellandschaft im Norden verfügt sie auch über eine vielfältige Flora. In der Mitte der Insel sind frische, grüne, von Trockenmauern umgebene Weiden neben Kiefern- und Steineichenwäldern zu finden. Zudem besitzt Menorca den bedeutenden Naturpark Albufera, der eine große Fläche einschließlich einer Salzwasserlagune umfasst. Die Umweltschutzvereinigung GOB Menorca veranstaltet Führungen durch den Park, in dem zahlreiche seltene Vogelarten wie zum Beispiel der Fischadler zu beobachten sind. Formentera ist die kleinste und südlichste bewohnte Baleareninsel. An der Landenge im Norden der Insel liegt das Naturschutzgebiet Las Salinas (ehemalige Salinen) mit einem Wildvogelteich. Pinienwälder verleihen Formentera eine besondere Note.
Geschrieben von marchfeld am Mittwoch, 30. September 2009 mit
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