Umbrien entdecken – Spoleto
Die mittelalterliche Stadt Spoleto breitet sich auf einem Hügelrücken am Rande des Valle Spoletina aus. Oberhalb der Stadt thront die Burg aus dem 14. Jahrhundert , die später oft als Gefängnis diente. Unterhalb gruppiert sich die Altstadt mit ihren Kirchen und Häusern aus schwarzgrauem Stein. Bei einem Spaziergang durch die düsteren Winkel des historischen Zentrums fühlt man sich in das pure Mittelalter zurückversetzt. Die engen Treppengässchen werden von zahlreichen steinernen Bogen überspannt. Zentrum der Altstadt bildet die Piazza della Libertà. Etwas oberhalb liegt die Via Arco Di Druso, die von dem namhaften Drususbogen überspannt wird. Der Triumphbogen wurde im Jahre 23 zum Gedenken an die beiden römischen Konsuln Drusus und Germanicus errichtet. Der Bogen ist heute so weit in den Bogen eingesunken, daß er nicht einmal mehr die Hälfte seiner ursprünglichen Höhe misst. Unweit des Drususbogens trifft man auf den Marktplatz mit einem auffallend schönen Brunnen aus dem 18. Jahrhundert. Am Ende des Platzes führt die Via del Municipio zum Rathaus.
Ein Blickfang ist der Dom Santa Maria Assunta. Der romanische Kirchenbau wurde im 12. Jahrhundert begonnen, doch aufgrund von Geldmangel wurde der Bau erst wesentlich später im gotischen Stil vervollständigt. Das Innere des Doms wurde 1640 mit üppigem Barock versehen. Fresken stammen von dem berühmten Florentiner Filippo Lippi und seinen Schülern. Die Fresken sind übrigens das letzte Werk des großen Meisters. Er verstarb 1469 noch vor Beendigung der Arbeiten.
Von der mittelalterlichen Burganlage der Rocca Albornoziana genießt man einen einzigartigen Ausblick über den dicht bewaldeten Abhang, das üppig-grüne Tessino-Tal, das von dem mächtigen Aquädukt Ponte delle Torri geprägt wird. Die von außen eher militärisch wirkende Burg entpuppt sich im Inneren eher als Palast. Der gesamte Innenhof ist auf zwei Stockwerken von Arkaden eingesäumt. Der Renaissance-Ziehbrunnen ist von päpstlichen Wappen verziert. Die Burg ist nur mit Führung zu besichtigen.
In Umbrien spürt man heute noch den mystisch-religiösen Hauch von einst. Viele Heilige hat die Region hervorgebracht, allen voran den heiligen Franz von Assisi, zu dessen Gruft jährlich tausende Katholiken pilgern. Neben Spoleto und Assisi sollte man Perugia, Todi, Gubbio und Orvieto auf einer Umbrienreise miteinplanen. Die Hochebene von Castelluccio ist ein Paradies für Natur- und Wanderfreunde.
Artikel von:
Agathe Freudenstein
agathe@elib.org
Geschrieben von agathe am Freitag, 9. Mai 2008 mit
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